Kleine Helden, die mittlerweile zu großen Helden der Fête de la Musique herangewachsen sind!

Nemo HAgen Band live auf der FETE Berlin

Nemo Hill! Nemo Hill? Ja, ein echter Fête de la Musique Held für uns. Denn er ist schon als einer der jüngsten Künstler auf der FETEBerlin aufgetreten (mit 11 Jahren!) und ihr seitdem treu geblieben. Das finden wir klasse und deswegen möchten wir ihn euch hier einmal vorstellen!

In New York geboren, lebt Nemo seit 2008 in Berlin und ist 15 Jahre alt. Er ist mit Musik und Musikern aufgewachsen (zum Beispiel ist sein Patenonkel, der ihm seine erste Ukulele geschenkt hat, Skúl Sverrisson) und das Musizieren und auf der Bühne stehen fühlt sich für ihn immer schon ganz natürlich an. Er hatte das Glück sehr gute und außergewöhnliche Lehrer zu haben, zum Beispiel Jon Dark von Evvol oder Ron Spielmann.
„Ich habe also schon früh Musik gemacht und als ich 9 Jahre alt war, ging eines meiner ersten eigenen Stücke auf Soundcloud so halb-viral, woraufhin zwei australische DJs mich gefragt haben, ob sie das remixen dürfen und mir meinen ersten Plattenvertrag geschickt haben, haha! Der Remix kletterte dann bis Platz 13 in den Australischen Dance Charts. Verrückt.“

Wenn das nicht ein Pfund für die Startlöcher der Fête de la Musique ist!

Nemo erzählt uns weiter:

Meine erste Band war ABC no D, die sich aus einer siebenköpfigen Schulband entwickelt hat, als ich in der sechsten Klasse war. Das dünnte sich dann schnell aus und wurde zu einem Trio mit meinen zwei Schulfreunden Liam und Dylan (das war eine coole Schule: Liam hat mit Fran Healy von Travis und Herbert Grönemeyer den Schul-Song aufgenommen!). Wir haben als ABC no D drei mal auf der Fête gespielt, zum Beispiel 2016 auf dem Kolle 37. 

Nemo live auf der Fête de la Musique 2016

Aktuell trete ich mit meinem Freund Hagen und einem Sequencer als Die Nemo Hagen Band auf.

FETE Berlin: Was bedeutet Dir Musik?

Nemo: Musik war für mich schon immer meine Art, mich auszudrücken und die Ereignisse in meinem Leben zu verarbeiten. Die Songs, die ich schreibe, haben also immer alle eine tiefere Bedeutung für mich oder drücken meine Werte aus. Beispielsweise habe ich einen Song in einer halben Stunde geschrieben, nachdem ich erfahren hatte, dass ein Junge aus meiner Parallelklasse gestorben ist.

Oder es gibt einen Song, in dem ich meinen Missmut über die Populisten auslasse, die derzeit so viel Auftrieb haben. Ob ich Musik professionell verfolgen will, weiß ich noch nicht, aber ich habe letztes Jahr ein Praktikum bei Domino Records gemacht, um die Musikindustrie mal live zu erleben.

FETE Berlin: Kannst Du Dich noch an Deinen ersten FETE Gig erinnern? Wo war das und wie war’s vor allem?

Mein erster Fête gig war im Zirkus Cabuwazi. Ich war elf Jahre alt und es war das erste öffentliche Konzert meines Lebens. Vor dem Konzert war ich ganz schön nervös, obwohl im Publikum lauter Freunde waren. Aber als ich dann auf der Bühne stand und ich die positive Energie vom Publikum zurück bekam, war das einer der tollsten Momente meines Lebens. Ich glaube, dass es mich auch wegen dieses Erlebnisses immer wieder auf die Bühne zieht.

Nemos erste Fête de la Musique mit 11 Jahren

FETE Berlin: Wie hat sich die Fête de la Musique aus Deinen Augen als Spieler und auch als Zuschauer verändert?

Nemo: Aus meiner Sicht hat sich die Fête, seit ich sie kenne, nicht sehr verändert: es macht immer Spaß den anderen Bands zuzuhören und zuzuschauen, am allermeisten, wenn man sie vor oder nach dem Konzert treffen kann und einfach ein bisschen redet. Verändert hat sich aber meine Wahrnehmung der Fête: Ich habe entdeckt, dass es ein Festival ist, das sich einfach auf die Musik konzentriert, so ganz ohne kommerziellen Druck. Deswegen gehe ich inzwischen die Fête sehr entspannt an, konzentriere mich einfach darauf, auf der Bühne Spaß zu haben.

FETE Berlin: Und Dein letzter Auftritt war geprägt von:

Nemo Hill: Mein letzter Auftritt 2017 im Nirgendwo hinter dem Berghain war für mich ganz schön aufregend, weil es der erste Auftritt mit einem neuen Projekt war. Meine alte Band war recht eingängiger Rock, aber hier haben wir mal was neues versucht, mit analogem Bass-Synth vom Band und so.

Es hat sich aber gelohnt: Hagen und ich wurden mit dem Projekt zum Preisträger des Bundeswettbewerbs junge Musikszene 2017.

 

FETE Berlin: Hast Du ein persönliches Fête de la Musique Highlight, das Du uns verrätst?

Nemo Hill: Der Auftritt mit ABC no D auf der Fête 2015 auf dem Platz der Marie im P-Berg war der Hammer, weil so viele Leute im Publikum waren. Ich hatte vorher noch nie vor so einem großen Publikum gespielt.

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FETE Berlin: Hast Du die Fête de la Musique auch schon einmal in einer anderen Stadt erlebt?

Nemo Hill: Leider noch nie, weil ich ja immer in Berlin spiele 🙂 Dieses Jahr werde ich allerdings am 21. Juni in Barcelona auf Klassenfahrt sein, und bin schon sehr gespannt wie die Fete dort wird, die man dort erst seit drei Jahren zelebriert.

FETE Berlin: Und zu guter Letzt, was ist für dieses Jahr Deine Programmempfehlung für die Fête in Berlin?

Nemo Hill: Meine einzige Empfehlung ist, dass man sich die Zeit nehmen sollte so viele verschiedene Bands und Locations wie möglich zu erleben, weil die Fête de la Musique echt eine interessante Auswahl an Künstlern und Venues hat, von der Bühne im Mauerpark bis zu den kleinsten Venues mit akustischer Musik vor irgendeinem Hofeingang.

Vielen Dank, Dir weiterhin viel Erfolg und auf dass Du der FETEBerlin treu bleibst!

Titelfoto: Claudia Hill