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Hier spielt die Musik! Teil 3: Musik Non-Stop

Golgatha im Viktoriapark

Aus Erfahrung gut

Die Fête de la Musique Berlin stellt in einer dreiteiligen Miniserie Standortpartner der letzten 22 Jahre vor. Menschen die der Musik wortwörtlich eine Bühne geben und ohne die der Tag der Musik in der Form nicht möglich wäre. Im dritten Teil geht es um die Rekordhalter in Bezug auf die Anzahl der Fête-Teilnahmen.. Klingt doch gleich viel besser als beispielsweise ‚älteste Standortpartner’. Außerdem hält gute Musik doch jung.

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Für 364 Tage im Jahr ist das Golgatha im Viktoriapark der Ort, um entspannt Kaffe zu trinken oder ungestört, bei freiem WLAN, am Laptop zu arbeiten. Doch der höchste Feiertag im Jahr ist für den DJ und Eventmanager Gunter vom Berg der Sommeranfang am 21. Juni. Warum wohl?

Gunter vom Berg (Foto: Schahrzad Derakhshan)

Die Fête de la Musique ist zu einer unverzichtbaren Einrichtung in unserem Biergarten geworden. Die unterschiedlichsten Bands drängen sich danach, hier auf der ‚kleinen Waldbühne‘ Dampf abzulassen. Das Publikum ist schon am frühen Abend infiziert und bevölkert die Freifläche, um ausgelassen abzutanzen. Auch die Sonnenanbeter an den Biertischen wippen beseelt mit. Ich muss mir den Weg vom Grill zum „Backstage“ mühsam freikämpfen, um die pausenden Musiker zu betreuen. Aber es lohnt sich. Wenn um 22 Uhr (vieeeeeel zu früh) die letzte Band Schluss machen muss, sind alle erschöpft, aber glücklich: Die GOLGATHA Besatzung, das um Zugabe quengelnde Publikum und die Musiker. So ist das seit 22 Jahren jedes Jahr und so wird es auch wieder in 2017 sein. Darauf freuen wir uns, sehr.

– Gunter vom Berg

Natürlich hat es geregnet

1995 fand die erste Fête de la Musique mit nur einer Bühne, einer fahrenden Bühne statt. Doch schon ein Jahr später schlossen sich verschiedene Standorte an, ohne zu wissen, was sie erwartete; zum Beipsiel das Sage mit seinen Gründern Sascha, Jack und Niko.

Sascha Disselkamp, Jack Schröder und Niko Hesslenberg vom Sage

Wir können uns noch sehr gut an unsere erste Fête de la Musique erinnern. Das war 1996. Wir wussten nicht was uns erwartet und waren deshalb bestens vorbereitet: Erstklassige PA, Bühne, ein Lastwagen voller Bier. Völlig übertrieben. Natürlich hat es geregnet und wie alle großen Partys hat auch die Fête de la Musique klein angefangen. Es ist wunderbar zu sehen, wie großartig sich dieses Fest mittlerweile entwickelt hat und wir sind immer noch sehr gerne jedes Jahr dabei. Die Fête de la Musique spiegelt den Geist dieser Stadt besser wieder als jedes andere Event. Jung und alt aus unterschiedlichen sozialen Schichten feiern gemeinsam in den Straßen. Es geht um die Party und nicht ums liebe Geld. Ein besseres Hauptstadtmarketing kann sich diese Stadt nicht wünschen.

– Das Sage Team

Wir haben Angst es wird zu voll

Ebenfalls 1996 hat der Event- und Tourmanager Thomas Gehrke mit ehrenamtlichen Helfern vom Verein „Neues Steinhaus e.V.“ die erste Fête de la Musique im Mauerpark veranstaltet. Seitdem gab es für ihn und das Team der Fête einige spannende und lustige Vorkommnisse bei der Vorbereitung und Durchführung.

Thomas Gehrke

Eine Geschichte ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben: 2014 rief mich gegen 20 Uhr der Einsatzleiter der Polizeiwache in der Eberswalder Str. an: „Herr Gehrke können Sie bitte den Mauerpark schließen?“ Auf meine erstaunte Rückfrage, ob es denn irgendwelche Probleme gäbe, sagte er: „Es sind jetzt 20.000 Personen im Mauerpark. Wir haben Angst es wird zu voll.“ Da musste ich lachen und sagte ihm, das sei für mich doch eher ein Grund zur Freude. Außerdem gab ich zu Bedenken, dass die einzige Instanz, die den Park schließen kann, ja die Polizei sei. Er wollte wohl auch kein Spielverderber sein und hielt es dann für sinnvoller die Eberswalder Str. zeitweise für den Autoverkehr zu sperren. Wohlgemerkt hatte die Polizei nie die Befürchtung, dass es zu Ausschreitungen kommen könne, da die Atmosphäre unter den Besuchern immer super entspannt war.

– Thomas Gehrke

Noch ein paar Stichpunkte zur Historie der Bühne im Mauerpark:

  • 1996 das erste Mal bei der Fête dabei.
  • bis 2003 auf eigenes Risiko veranstaltet vom Verein „Neues Steinhaus e.V.“ mit Unterstützung von Uncle Sallys.
  • 2001 erstes Engagement von Red Bull.
  • Durch den guten Kontakt vom Uncle Sallys Musikmagazin spielten bis 2003 einige, mittlerweile namhafte, Künstler und Bands in ihren Anfängen im Mauerpark. U.a. Beatsteaks, SEEED, Donots, Ferris MC, u.v.m.
  • 2004 – 2007 keine Fête im Mauerpark, weil die Bühne und die damit verbundenen Kosten für die Produktion zu groß wurden und die Veranstalter das finanzielle Risiko nicht weiter tragen konnten.
  • 2008 dann das Angebot von Red Bull die Bühne im Mauerpark wieder aufleben zu lassen.
  • Red Bull ermöglicht seit 2008 durch seine jahrelange Zusammenarbeit mit Musikern und Bands, dass die Fête-Besucher auch etablierte und international bekannte Acts wie Jazzanova, Marteria, Casper, Prinz Pi, K.I.Z., BURAKA SOM SISTEMA, Modeselektor, Caribou, Mark Ronson usw. sehen können.

Export de la Musique

Der jüngste Standort dieser Liste in Fête-Jahren ist das Kesselhaus. Kulturmanager und Geschäftsführer Sören Birke ist selbst Musiker (auf dem Foto spielt er Duduk) und gestaltet das Programm seit Jahren zusammen mit dem Französischen Musikexportbüro (Bureau Export de la Musique). Nach offiziellem Ende der Fête-OpenAir-Bühnen um 22:00 Uhr, spielen zur Fête de la Nuit Bands aus Frankreich.

Sören Birke

Die Fête de la Musique als eines der ältesten Musik-Feste in Berlin steht für Musik nonstop überall. Vielfalt, Lebendigkeit, Offenheit, Heiterkeit, Toleranz und Sound sind Motor für den legendären Ruf Berlins weltweit. Wir freuen uns seit 17 Jahren Teil des dynamisch kulturellen Stadtbilds zu sein und wünschen allen ein großartiges Fest!

– Sören Birke

Kesselhaus de la Nuit

 

Mit Musik auf dem Berg, im Park, am Strand und im Club endet die Mini-Serie über die Standortpartner der Fête de la Musique in Berlin. Schade eigentlich, oder?

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